Jans Anpfiff
An dieser Stelle muss nicht zwangsläufig kritisiert oder humorvoll, ironisch und sarkastisch geschwätzt werden, wie ein Kollege anmerkte. Ein Anpfiff darf auch nett und positiv daherkommen. Die Bezirksliga-Fußballer des TSV Wiepenkathen verdienen nach dem vergangenen Spieltag einen solchen netten, positiven Anpfiff. Auch als Ansporn.
Von Mr. Hyde zurück zu Dr. Jekyll: Am Spieltag zuvor wurde bekanntlich das Spiel des TSV Wiepenkathen beim TSV Apensen abgebrochen, weil ein Wiepenkathener wegen einer Roten Karte gegen den Schiedsrichter tätlich geworden war. Das TAGEBLATT thematisierte deshalb den schlechten Saisonstart des Tabellendritten der Vorsaison und die mit dem sportlichen Formtief einhergehenden Unsportlichkeiten. Acht Platzverweise und unzählige Verwarnungen nach nur elf Spielen stießen besonders Trainer Jörg Richters übel auf. Er drohte gar mit Rücktritt, wenn sich das Verhalten nicht ändere.
Es folgte das Heimspiel gegen die SV Drochtersen/Assel II - und schon vor dem Anpfiff ließ ein Bericht im Stadionheft aufhorchen. TSV-Vorsitzender Andreas Schütz "merkte an" als verantwortlicher Redakteur, dass der Mannschaft eine Chance zur Besserung gegeben werden sollte. Trainer Richters nahm nochmals Stellung zum Abbruchspiel und forderte: "Den Schaden in den kommenden Wochen mit korrektem Auftreten und ansehnlichem Fußball zu reparieren." Besonders bemerkenswert aber kam das Vorwort von TSV-Torwart Waldemar Meglin im Namen der ganzen Mannschaft daher. Meglin entschuldigte sich bei den Fans, dem Verein und Trainer Richters für die Disziplinlosigkeiten. Und er gab ein Versprechen: "Wir werden alles dafür tun, auf und neben dem Platz, wieder der TSV Wiepenkathen zu sein, der durch tollen Fußball überzeugt." Er bat die Fans, die Mannschaft, die hart an sich arbeiten wolle, dabei zu unterstützen. Die Fans, wie immer zahlreich in Wiepenkathen, taten dies, indem sie bei Schirientscheidungen gegen den TSV die Spieler aufforderten, nicht zu meckern. Die Spieler spielten wieder Fußball und besiegten den Favoriten 4:0.
Ein perfekter Anfang eines Versprechens, das es nun gilt zu halten für die gesamte Saison. Sonst folgt ein richtiger Anpfiff.
Artikel erschienen im Stader Tageblatt am 27.10.2011



