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Alexander ist auf dem Sprung

Alexander Klintworth mit Trainer Gerd Prinzler

Hochspringer Alexander Klintworth vom TSV Wiepenkathen bereitet sich auf die Wettkampfsaison vor

Jens LüneburgSTADE. Es ist sein erstes Jahr in der Männerklasse - ein großer Sprung mit zahlreichen Umgewöhnungen. Der 19-jährige Hochspringer Alexander Klintworth vom TSV Wiepenkathen muss sich nun mit den ganz Großen seiner Sportart in Deutschland messen. Wenn es dann auch auf internationaler Ebene klappt - er hätte nichts dagegen. "Das ist nun meine erste Saison bei den Männern und da springen vier bis fünf Jahrgänge zusammen", sagt Klintworth. "Die Chancen sind natürlich nicht mehr ganz so groß."
Die neue Hallendsaison 2011 hat für Alexander Klintworth zumindest nicht schlecht begonnen. Bei seinem ersten Auftritt in der neuen Altersklasse übersprang er in Bremen beim Sportfest des SV Werder die Höhe von 2,01 m und konnte damit die Halle als Sieger verlassen. "Nur einen Tag nach Neujahr - das war unter diesen Umständen schon eine tolle Sache", sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. "Da kann man schon darauf aufbauen."
Der Sport muss allerdings in den kommenden Wochen ein wenig zurückstehen. Im Februar und März stehen für den Abiturienten am Athenaeum in Stade die wichtigen Klausuren auf dem Zettel. Anschließend folgen dann die Abschlussprüfungen. Ein zehn Stunden Tag mit jeweils fünf Kursen in seinen Prüfungsfächern Chemie, Mathematik, Politik, Deutsch und natürlich Sport ist da keine Seltenheit. "Trotzdem ist das Lernen bei uns an der Schule ganz okay", sagt er. Trotz der zusätzlichen Belastung durch seinen Hochleistungssport sei es für ihn noch nicht so stressig geworden. Hauptsache sei das Abitur - einen genauen Berufswunsch hat Alexander Klintworth noch nicht, aber er könnte sich durchaus ein Studium vorstellen. So könnte er seinem Sport auch in den kommenden Jahren mit der Uni kombinieren.
Aktuell trainiert er fast täglich. Mehrmals in der Woche mit seinem Trainer Gerd Prinzler beim TSV Wiepenkathen, zusätzlich schwitzt er bei mehreren Einheiten im Kraftraum oder im Fitnessstudio.
Als nächster Wettkampf stehen die Hallen-Landesmeisterschaften am kommenden Wochenende, 22. und 23. Januar, auf dem Programm. Um auch bei diesem Wettbewerb wieder in der Spitzengruppe zu stehen, ist eine Leistungssteigerung unumgänglich. 2,05 m waren in der engen Leichtathletik-Halle in Bremen noch etwas zu viel, in Hannover muss er diese Höhe aber bringen.
Anschließend folgen am 5. und 6. Februar die Norddeutschen Meisterschaften in Neubrandenburg. "Mal sehen, wie es bis dahin läuft", gibt er sich optimistisch. "Dort springe ich gegen so ziemlich die gleiche Konkurrenz." Seine bisherige Bestmarke in der Halle liegt bei 2,06 m, seine persönliche Bestmarke in der Freiluftsaison liegt bei 2,12 m.
"Das war schon ein Erfolg, der etwas aus dem Rahmen fällt," wertet Trainer Gerd Prinzler Alexanders bisherige Bestmarke als Richtwert. "Im Winter haben wir in Wiepenkathen leider nicht viele Möglichkeiten, aber wenigstens verringert der Schwingboden in der Halle das hohe Verletzungsrisiko."
Für 2011 hat sich der Trainer vorgenommen, in gemeinsamer Arbeit mit seinem Schützling das erreichte Niveau zu stabilisieren. "Der Rest kommt dann von allein", sagt Prinzler. Viel hänge von der Kraft ab. "Alex ist mit seinen 1,84 Meter Körpergröße ein wenig im Nachteil. Seine Konkurrenten im Männerbereich sind lange Kerle um die zwei Meter und die profitieren natürlich von ihren wesentlich besseren Hebelkräften."
Dafür wirft Alexander andere Dinge in die Waagschale. "Er ist ein wirklicher Top-Springer und verfügt technisch über große Vorteile. Sein Anlauf ist sehr kraftvoll und die Bewegungsfähigkeiten über der Latte sind wesentlich besser als bei der Konkurrenz", erklärt Prinzler.
Aber auch die psychologische Seite spiele bei Alexander eine Rolle: "Er ist ein typischer Schönwetter-Springer. Bei Sonne läuft's - bei Regen hängen bei ihm die Ohren runter." Schönes Wetter hat der TSV-Coach für kommenden Juni bestellt. Bei den Deutschen Meisterschaften am 25. und 26. Juni in Bremen könnte Alexander Klintworth versuchen, seine Bestmarke zu überbieten.

Artikel erschienen am 19.01.2011 im Stader Tageblatt